Courage

Mein Französischlehrer sagt gern „Courage“, wenn einer von uns über belastende Ereignisse in seinem Leben spricht. Das heißt soviel wie „Nur Mut“. Ich finde das Wort Courage für die heutige Zeit ein gutes Motto, denn es hat im Deutschen ja noch eine weitergehende Bedeutung, man denke an Zivilcourage. Das ist der Mut, in kritischen Situationen beherzt zu unserer eigenen Wahrheit zu stehen. Gerade zur Zeit erfordert das besonderes Standvermögen. Eine Freundin erzählte mir, daß sie von einem Arzt in ihrem Bekanntenkreis ziemlich heftig angemacht wurde, als sie vage Zweifel an der gebetsmühlenartig geäußerten Aufforderung zum Impfen äußerte. Sie sagte mir, ihr hätten einfach die Argumente gefehlt, sie konnte ihm nichts entgegen setzen. Mit Argumenten ist das aber so eine Sache. Ich bin damit sehr vertraut, da sie in meiner linken Vergangenheit eine große Rolle spielten und regelrecht geübt wurde zu argumentieren. Das war aber im Grunde nur eine Methode den Anderen in Grund und Boden zu reden. Die derzeitige Gesprächskultur ist dermaßen katastrophal, daß ich manchmal nur entsetzt bin. Ich versuche, auf das Argumentieren zu verzichten (das englische „to argue“ bedeutet ja passenderweise „sich streiten“, ein „argument“ ist ein „Streit“). Ich brauche keinen Streit. Ich wünsche mir Menschen, die mir zuhören und denen ich zuhören kann. Wir müssen einfach aushalten lernen, daß Menschen unterschiedliche Sichtweisen haben. Sobald aber nur noch eine Wahrheit verkündet werden darf, befinden wir uns in einem totalitären System. Wie wäre es aber, wenn jede Person die Möglichkeit hätte, die Worte des Anderen in sich wirken zu lassen und keine Angst haben muss, verdammt und beschimpft zu werden, Der Kundalini-Yogalehrer Satya Singh aus Hamburg nennt als Motto für dieses Jahr „Mit allen reden“. Das finde ich ein ziemlich gutes Motto.

Ich möchte mal wieder ein Buch empfehlen: Der Stoff aus dem wir sind von Fabian Scheidler. Großartig! Er zeigt schön auf, wie wir dahin gekommen sind, wo wir uns gerade befinden, am Abgrund. Und er räumt auf mit dem Glauben an die Wissenschaft, nicht weil er Wissenschaft per se doof oder falsch findet, sondern weil die meisten Wissenschaftler sich noch immer nicht von dem Narrativ verabschiedet haben, die Welt sei eine Maschine, die mit technischen Mitteln gesteuert werden kann. Tatsächlich wissen Wissenschaftler schon sehr lange, daß das nicht stimmt, aber offensichtlich ist das Bedürfnis nach Kontrolle über das Leben so groß bei vielen von ihnen, daß sie sich selbst und die gesamte Weltbevölkerung belügen müssen.

Der Rosmarin hat den zweiten Winter überlebt und blüht!

Ich finde die derzeitige Situation sehr bedrückend, was ich auch daran merke, daß ich immer sehr früh wach werde und nicht wieder einschlafen kann. Das letzte Mal hatte ich das vor mehr als vierzehn Jahren, als immer deutlicher wurde, daß meine Ehe auf ihr Ende zuging. Neulich sah ich vor meinem geistigen Auge eine breite Linie, die sich gabelte. Ich verstand das als Symbol für den Weg, den wir Menschen gehen können: wählen wir die Abzweigung und schaffen wir es, uns als Teil eines großen lebendigen Ganzen zu sehen und allem Lebendigen mit Liebe und Wertschätzung zu begegnen oder marschieren wir wie die schweigenden Lämmer in einen neuen Totalitarismus und damit in den Abgrund. Übernehmen wir Selbstverantwortung oder lassen wir uns von Regierungen und sogenannten Experten sagen, was gut für uns ist.

J. sagte neulich, daß es ihn belastet, sich als Außenseiter zu fühlen. Ich dachte darüber nach und erinnerte mich daran, daß ich meistens mit meinen Ansichten und Wegen eine Außenseiterin war und mich in gewisser Weise daran gewöhnt habe. Aber natürlich wünsche und brauche auch ich Menschen, mit denen ich offen reden kann und die vielleicht auch ähnlich denken wie ich. Und ich bin ganz dankbar, daß es diese Menschen gibt. Was in diesen Zeiten helfen kann, sind Informationen, die man in den Mainstreammedien nicht findet. Dazu möchte ich den Online-Kongress Reise deines Lebens 2021 von Judith Haferland empfehlen. Die Teilnahme kostet 9 Euro, dafür hat man Zugang zu sehr vielen Interviews aus den verschiedensten Bereichen des Lebens. Das Thema ist Wahrheit – Freiheit – Lebenskraft. Heute habe ich mir ein Interview mit dem Rechtsanwalt Robert Kennedy jr. angesehen, in dem er über seine jahrelange Beschäftigung mit den schädlichen Folgen von Impfungen und den Verstrickungen von Politik und Pharmaunternehmen spricht. Letztes Jahr bin ich zu diesem Kongress durch B. gekommen, die mir ein Ticket zum Geburtstag geschenkt hat. Ich möchte an dieser Stelle Judith meinen Dank und meine Anerkennung für ihren großen Mut aussprechen.

Frei

Gestern ging der zweite Schwarm ab und hängte sich nach einer kurzen Entscheidungsphase in den Pflaumenbaum. Ich schickte G. eine SMS und sagte meiner Nachbarin Bescheid, die dann mit ihrer kleinen Tochter kam. Wir bewunderten den Schwarm, auf dem schon einige Bienen eifrige Schwänzeltänze aufführten.

Den Bienen sagte ich: „Wenn G. euch nicht abholt, dann lasse ich euch frei fliegen.“ Dann ging ich in die Küche und machte mir etwas zu essen. Als ich das nächste Mal in den Garten sah, fehlte der Schwarm. Sie waren einfach weggeflogen, vier Stunden nach ihrem Auszug aus ihrer alten Wohnung. So schnell habe ich das noch nie erlebt. Haben sie mich vielleicht verstanden? Den Bienen traue ich alles zu, auch daß sie irgendwo in der Nähe einen schönen hohlen Baum gefunden haben und jetzt als wilde Bienen, frei von menschlicher Einmischung, ein schönes Leben führen. Irgendwie hat mich das Erlebnis gefreut!

Ich hatte noch ein weiteres Erlebnis mit der mehr-als-menschlichen Welt: ein Schwalbenpaar hatte angefangen, ein Nest direkt über der Haustür zu bauen. Es gibt schon einige bewohnte Nester auf beiden Seiten neben dem Eingang und ich lege jedes Jahr Holzbretter auf die Treppe, auf denen sich die Kacke der Vögel sammeln kann. Am Ende der Schwalbensaison kommt sie auf den Kompost. Aber direkt über meinem Kopf, das gefiel mir gar nicht. Nach einigem Nachdenken kratzte ich die ersten kleinen Lehmspuren mit einer Hacke ab. Das musste ich ziemlich oft machen, wie sich herausstellte, weil die Schwalben immer wieder von vorn anfingen. Je öfter ich kratzte, desto schlechter fühlte ich mich. Am zweiten Tag hörte ich auf und sagte den Tieren: „Ich gebe es auf. Es tut mir leid, daß ich euch so behindert habe. Ich werde mich mit eurer Kacke arrangieren.“ Was soll ich sagen: seitdem bauen die Schwalben an der Stelle nicht mehr. Wer hat da wen verstanden?

Der Abend

Mein Nachbar T. will mir im September ein Holzbrett anbringen, dann können die Schwalben nach Herzenslust brüten und lustig zwitschern.

Tanzen

Blühender Bärlauch und Brennnesseln

In diesen verrückten Zeiten finde ich doch täglich viel Erfreuliches. In den letzten Tagen haben sich zwei Menschen bei mir gemeldet, mit denen ich schon Jahre nichts mehr zu tun hatte, die ich aber in guter Erinnerung habe. Gestern fiel der erste Bienenschwarm dieses Jahres. Abends holte G. ihn ab. Und heute im Garten, als ich gerade ein Beet durchhackte, ergab sich über den Zaun ein schönes Gespräch, während im Hintergrund viele Kinder Freude auf der Wiese hatten. Heute Vormittag kam J. vorbei. Wir tranken Tee und ich zeigte ihm das Video vom Flashmob Danser encore im Gare de l’Est. Gestern hatte ich schon herausgefunden, daß es dieses tolle Lied auch in deutscher Übersetzung gibt und mittlerweile wohl in fast Europa mit viel Freude auf den Straßen zelebriert wird. Es ist so voller Lebensfreude und Schwung und ich verstehe, daß Franzosen es als neue Marseilleise bezeichnen. Es animiert auch mich zum Tanzen und ich muss an die Dakinis, die Himmelstänzerinnen denken. Vielleicht müssen wir untergehen – ich weiß es nicht – aber wenn, will ich das tanzend tun.

Ach ihr lieben Menschen, lasst uns doch alle tanzen. Dazu sind wir doch hier, oder?

Es gibt noch eine wunderschöne Version vom 1. Mai vor dem Senat. Und am Schluss sprechen die tanzenden und singenden Menschen noch die Polizei an und laden sie ein: „Avec nous, dansez avec nous.“ Tanzt mit uns. Ach so schön. Und Tanzen ist eins der besten Mittel gegen Angst.

Körper und Erde

Die Aktion #allesdichtmachen hat dazu geführt, daß sich Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen mit ihren Gesichtern und Statements in die Öffentlichkeit begeben und ihre Solidartät bekundet haben, darunter Ärzte, Pflegepersonal, Hebammen, Rechtsanwälte, Richter, Lehrer und Künstler. Darüber freue ich mich sehr; es gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein mit meiner Sicht auf die aktuelle Lage. Es scheint, daß immer mehr Menschen aufwachen. Unter dem Suchbegriff Danke #alles dichtmachen findet man das alles im Netz.

Vor einigen Wochen war ich einige Male Teilnehmerin einer Videogesprächsgruppe, die von einem Mitglied des Oya-Hütekreises, dem auch ich angehöre, initiiert worden war. Sie sollte uns ermöglichen, über das Coronathema frei zu sprechen. Die Regeln dabei waren: zuhören, nicht diskutieren, nicht argumentieren. Das war sehr wohltuend und besonders in einer Zeit, in der Menschen schnell in Schnappatmung und gegenseitige Beschimpfungen verfallen, sobald eine Person den offiziellen Umgang mit Corona kritisch hinterfragt. In der Folge hat sich eine Videobeziehung zwischen einem der Teilnehmer und mir entwickelt, die ich als sehr bereichernd empfinde. Mein Gesprächspartner hat mir den Link zu einem Vortrag von Daniele Ganser geschickt. Der ist sehr lang und damit eine Herausforderung für mich, die ich ungern langen Monologen zuhöre, aber diesmal hat sich das Zuhören wirklich gelohnt: https://youtu.be/xcjMUVrsBVg Das Thema ist Corona und China. Daniele Ganser ist ein schweizer Historiker. Er berichtet extrem gut informiert, dabei sehr freundlich und unaufgeregt und – was mir besonders gefällt – betont die Wichtigkeit von Selbstverantwortung und freier Entscheidung auch und gerade, wenn es um das Thema Impfen geht. Und er äußert unverblümt seine große Sympathie für den schwedischen Weg im Umgang mit SARSCov-2 und die aufrechte Haltung von Anders Tegnell.

Die neue Oya ist da, mit dem Schwerpunkt Unterwegs sein. Ach, ich kann wieder nur schwärmen. Ganz besonders in Resonanz gegangen bin ich mit dem Interview mit der australischen Künstlerin Narelle Carter-Quinlan, die sich fotografisch und körperlich mit den Songlines der Aborigines beschäftigt. Die Verbindung des Körpers mit der Landschaft beschäftigt mich schon sehr lange, als Kind eher auf eine sehr intuitive und unbewusste Art und Weise, in den letzten 20 Jahren zunehmend deutlicher. Es hat ja auch in meinem Leben diese Sternstunden gegeben, in denen ich körperlich die Gefühle der Erde und der Bäume wahrnehmen konnte und damit auch meine Verbindung zu diesem wunderbaren atmenden Wesen, das wir Erde nennen. Ich glaube, das uns allen diese tiefe Verbindung in die Zellen eingeschrieben ist und daß, wenn wir uns dieser wieder bewusst werden, die Ausbeutung der Erde und ihrer Organe, also aller aus ihr hervorgegangenen und von ihr genährten sichtbaren und unsichtbaren Wesenheiten unmöglich wird.

Es gibt also Hoffnung!

Milchhaut

Was wir Realität nennen, ist vergleichbar der Haut auf gekochter Milch. Was sich darüber und darunter befindet, entzieht sich vollständig unserer Wahrnehmung und unserem Verständnis.

Dieses schöne Bild fand ich mal im Blog einer Frau, deren Namen ich nicht mehr weiß. Danke dafür! Ja, so ist es. Wenn eine sich das öfter vor Augen führt, bleibt sie bescheiden und bildet sich nicht so viel auf ihr Wissen ein. Ich würde es sehr begrüßen, wenn auch Wissenschaftler eine Grundhaltung von Bescheidenheit hätten, von Politiker*innen mal ganz zu schweigen. Das wirklich Spannende ist aber, daß das Multiversum – darin ist auch unser Körperuniversum enthalten – funktioniert, obwohl wir nur einen sehr kleinen Bruchteil wissen und dieses Wissen immer wieder auf dem Prüfstand steht, weil vielleicht alles ganz anders ist. Nein, eigentlich ist es gar nicht spannend sondern normal, aber wir bilden uns ja oft ein, Dinge funktionierten nur, wenn wir sie unter Kontrolle haben. Nichts ist weiter von der Realität entfernt. Ich glaube eher, Dinge funktionieren, obwohl wir mit unserem Kontrollzwang enorm viel Schaden anrichten.

Bis vor einem Jahr stand ich der Fridays for future-Bewegung wohlwollend gegenüber. Mittlerweile hat sich das geändert. Ich finde zwar immer noch Greta Thunbergs Klimastreik eine mutige Aktion. Aber nachdem sie mit diversen Menschen aus Politik, Finanzen und Wirtschaft geredet hat, kommen zwar Reaktionen aus diesen Bereichen, aber die sind, wie zu erwarten war, technologischer Natur. Verbrennungsmotoren machen Luftverschmutzung? Ok, da stellen wir jetzt in großen Stil Elektroautos her (ist nebenbei auch gut fürs Wirtschaftswachstum). Das ist dasselbe wie mit dem Ökostrom, der den Atomstrom ablösen soll. Nur, es gibt gar keinen Ökostrom. Am Beispiel Windenergie: für die Herstellung von Windrädern braucht man Balsaholz und seltene Erden, für beides werden andere Länder ausgeplündert und deren tropische Wälder kaputt gemacht. Und nach 20 Jahren müssen die Windräder entsorgt werden. Die Inhaltsstoffe sind hochgiftig und soweit ich weiß, gibt es keinen Plan, wie sie entsorgt werden können. Man schafft ja solche Sachen gern nach Afrika, wo die Menschen sich dann damit vergiften können. Egal, aus den Augen, aus dem Sinn! Hauptsache wir haben Ökostrom. Was ich sagen will: wenn ich Appelle an Regierende richte, dann kann ich damit rechnen, daß technologische Lösungen gesucht werden. Und die bringen, wie die Geschichte immer wieder gezeigt hat, neue Probleme mit sich, für die es dann wieder technologische Lösungen gibt, die neue Probleme mit sich bringen usw. Was daraus wird, sehen wir jetzt: wir stehen am Abgrund, befinden uns vielleicht mittlerweile schon im freien Fall und merken es noch gar nicht. Was wir brauchen, ist ein völlig neues Denken. Die Waffen der Shambala-Krieger, die mutig in die Schaltzentralen der Macht gehen, sind – so sagt es die Prophezeiung – Mitgefühl und Einsicht. Ich glaube, die notwendige Einsicht ist, daß das gute Leben ein einfaches Leben ist und daß es dort weder allzu viel Technik noch Wirtschaftswachstum gibt .

Heute Morgen wachte ich mit dem sehr ungemütlichen Gedanken auf: die Menschheit ist nicht mehr zu retten. Glücklicherweise schlief ich wieder ein und beim nächsten Aufwachen begann sich der Gedanke zu formen, daß es in jedem Körper gesunde und kranke Zellen gibt und daß die gesunden Zellen die kranken Zellen mit ihrer Lebenskraft anstecken können. Es kann natürlich auch umgekehrt geschehen. Mein Körpertherapielehrer John Pierrakos sagte einmal, daß Krebs als Folge einer tiefen Resignation entsteht. Ich weiß nicht, ob das bei jeder Krebsart der Fall ist. Aber es ist schon schlüssig, daß wenn z. B. die Bronchien über eine lange Zeit Zigarettenrauch ausgesetzt werden, die Zellen der Bronchialschleimhaut irgendwann resignieren und den Kampf gegen die Dauervergiftung aufgeben. Dann kommt es zum manifesten Bronchialkarzinom. Gesunde Zellen im Organismus der Menschheitsfamilie sind Lebensformen, in denen Selbstregulation herrscht. Sowas gibt es: Beispiel Rojava in Syrien. Oder die Selbstverwaltung der Anarchisten während des spanischen Bürgerkrieges. Auch einzelne Personen können diese gesunden Zellen sein, indem sie andere ermutigen, ihnen Hoffnung geben, ihnen neue Sichtweisen vermitteln etc. Letztlich haben wir alle, davon bin ich überzeugt, in uns eine Instanz, die weiß, was gut und richtig ist. Ich nenne sie meine innere Stimme und wenn ich auf sie gehört habe, war gut und richtig, was kam. Auch ich habe ab und zu die Tendenz gehabt, einer anderen Person Macht über mich einzuräumen. Aber das ging nie lange gut. Ich bin einfach nicht dazu gemacht, einer Person zu folgen und ich akzeptiere keinen Führer und keine Führerin. Im Kundalini-Yoga ist viel vom inneren Guru die Rede. Ja, das macht für mich Sinn.

Gemäß der hinduistischen Mythologie leben wir im Kali-Yuga, dem schrecklichsten aller Zeitalter. Wann das zu Ende ist, darüber schwanken die Angaben. Sicher ist, daß wir das in unserer derzeitigen Inkarnation nicht mehr mitbekommen werden. Was bleibt mir als das Vertrauen, daß alles auf einer tiefen Ebene richtig und sinnvoll ist.

#allesdichtmachen

Hier ist der Link: https://allesdichtmachen.de/

Als ich vor zwei Tagen von dieser Aktion erfuhr, konnte man sie noch mühelos auf Google und Youtube finden. Mittlerweile nicht mehr so ohne weiteres. Das wirft ein Licht auf die vielbeschworene und seit einem Jahr abnehmende Meinungsfreiheit in der BRD.

Die Teilnehmer dieser Aktion mussten sich einem gewaltigen Shitstorm aussetzen. Auch das spricht für sich. Einige haben daraufhin ihre Videos zurückgezogen. Nicht jeder hat die Resilienz, persönliche Angriffe auszuhalten und Widerstand zu leisten.

Und noch was: wenn wie in diesem Fall Beifall von rechts kommt, namentlich von AfD-Frau Alice Weidel, ist das sicher unangenehm. Aber es kann kein Grund sein, die Klappe zu halten.

Wissenschaft

Maatins Stillleben

Seit Fridays for future auf den Plan getreten ist, wird ja viel davon geredet, daß man auf die Wissenschaftler hören soll. Seit dem Auftreten des Coronavirus redet man noch mehr davon. Ich hab in meinem letzten Post schon was über die unterschiedlichen Auffassungen/Studienergebnisse der vielen Wissenschaftler*innen geschrieben und bemängelt, daß unsere Regierung nur eine Sorte von Wissenschaftlern ernst nimmt. Die Medien sekundieren ihnen dabei und überziehen jene mit Häme, die konträre Ansichten haben. Geistige Monokultur ist bekanntermaßen ein Merkmal von Totalitarismus. Und dem nähern wir uns in bedrohlichem Tempo.

Kürzlich habe ich das neue Buch von Wolf Dieter Storl Einsichten und Weitblicke gelesen. Da hat er sich über den Klimawandel geäußert und durchaus überzeugend dargelegt, daß der nicht menschengemacht ist sondern zu den natürlichen Zyklen der Erde gehört. Er beschreibt auch, daß es nicht daß CO² ist, daß das Klima immer heißer macht und daß eine Reduktion des CO² durch technologische Maßnahmen verheerende Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum haben könnte. Denn ohne CO² gibt es keine Pflanzen: wir atmen CO² aus, die Pflanzen atmen es ein. Sie atmen Sauerstoff aus, wir atmen es ein. Ich schätze Wolf Dieter Storl. Er schreibt interessante Bücher und hat die Fähigkeit, wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer ganzheitlichen Sichtweise auf das Leben zu verbinden. Vielleicht stimmt es, was er über den Klimawandel sagt. Und er entbindet uns als Menschheit keinesfalls von unserer Verantwortung für den katastrophalen Zustand der Erde. Beim Lesen ist mir einmal mehr deutlich geworden, daß wir sehr wenig wissen. Wissenschaft ist immer vorläufig in ihren Erkenntnissen. Und sie ist fast nie einheitlich.

Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen: Es gibt die Schuldmedizin mit ihrem ziemlich mechanistischen Bild des menschlichen Körpers (das Herz als Pumpe, das Gehirn als Computer etc.). Wenn etwas nicht funktioniert, muss es repariert werden. Es gibt Kulturen, die eine völlig andere Sicht auf den menschlichen Körper und seine Gesundheit haben. Eins der bekanntesten Systeme ist die Chinesische Medizin. Für uns Westler ist sie zunächst befremdlich mit ihren Bildern. Aber auch sie ist eine Wissenschaft und ihre Methoden wirken. Weil ich persönliche Erfahrungen mit der Traditionellen chinesischen Medizin habe, weiß ich, daß sie anders als unsere Schulmedizin mit ihren Medikamenten, deren unerwünschten Begleitwirkungen und oft schmerzhaften Methoden eine Heilweise ist, die sanft wirkt und die Selbstregulation unserer Körper unterstützt. Ich ziehe diese Art von Medizin der westlichen vor und kann mit ihren Bildern mittlerweile viel anfangen. Und andere Menschen haben vielleicht mehr Vertrauen in unsere Schulmedizin. Warum also dürfen nicht beide gleichwertig nebeneinander stehen und dementsprechend auch von den Krankenversicherungen unterstützt werden?

Ein Problem mit der vorherrschenden Wissenschaft sehe ich in ihrem linearen Denken und darauf beruhen auch die ganzen Berechnungen über z. B. den Klimawandel oder die Entwicklung der Coronainfektionen. Aber das Leben ist nicht linear, es ist zyklisch und vernetzt. Genau damit hat sich die Chaosforschung beschäftigt, die Erforschung dynamischer Systeme. Das bekannteste Bild ist der Schmetterling in Asien, dessen Flügelschlag der Auslöser für einen Wirbelsturm in der Karibik sein könnte. Daher kann ich nur solche Wissenschaftler respektieren, die sich ihres Nichtwissens bewusst sind und den Mut haben das auch zu sagen.

Selbstgebackenes Roggenbrot – lecker!

Eine Reihe von Schauspielern und Schauspielerinnen haben unter #allesdichtmachen ironische Statements zu den Coronamaßnahmen ins Netz gestellt. Sie finden sich auf YouTube. Am besten gefallen mir die Beiträge von Jan Josef Liefers, Nina Proll und Roland Düringer. Ich habe aber längst nicht alle gehört. Wie zu erwarten ist die Aufregung in den Medien groß. Ich finde es gut, daß sich langsam aber sicher immer mehr Menschen trauen, ihre Zweifel an den mittlerweile mehr als ein Jahr dauernden zunehmenden Einschränkungen unseres Leben zu äußern. Schauspieler und andere Künstler gelten ja nicht als systemrelevant. Mal davon abgesehen, daß die angeblich systemrelevanten Berufe wie Pflegepersonen oder Verkäufer*innen rein gar nichts von diesem Etikett haben (auch die versprochenen 1500 Euro Einmalzahlung hat nur ein Bruchteil des Pflegepersonals bekommen, von regulären Gehaltserhöhungen ganz zu schweigen), finde ich diese Einteilung in systemrelevant oder nichtsystemrelevant mittlerweile richtig widerlich. Für mich gehören Künstler*innen genauso in eine gute Gemeinschaft wie Pflegepersonen. Nicht systemrelevant finde ich allerdings die Angstmacher, die jeden Tag in einer anderen Talkshow rumhängen und für die offensichtlich keine Kontaktbeschränkung gilt.

Danser encore

Auf den Nachdenkseiten wird auch über die Flashmobs in Frankreich berichtet, mit Übersetzung des Liedes und etlichen schönen Videos:

Und dann möchte ich noch die sehr gute Stellungnahme der Gemeinschaft Tamera zum ganzen Coronawahnsinn empfehlen: https://www.tamera.org/de/artikel-corona-krise-entscheidung/

Der kann ich zu 100% zustimmen. Es tut so gut, mal andere Stimmen zu hören/lesen als die immer gleichen Angstmachereien und das Ausschließen und Anprangern von Menschen, die andere Ansichten haben. Meinungsfreiheit in Deutschland? Das war einmal.

Apokalypse

Nebel

Vor Ostern hörte ich ein sehr schönes Interview mit Sabine Lichtenfels, einer der Begründerinnen von Tamera/Portugal (Es lief bei Pioneers of Change und ist leider nicht mehr verfügbar, es sei denn, eine kauft das Kongresspaket). Darin sagte sie, daß wir jetzt mitten in der Apokalypse leben. Apokalypse heißt Offenbarung. Ja, so sehe ich das auch. Ich glaube, jeder, der ein wenig wach in die Welt schaut, sieht, daß wir gerade kollektiv auf den Untergang zurasen. Ob zuerst der wirtschaftliche oder der Klimakollaps kommt, wird sich zeigen. Eine dritte Möglichkeit wäre die Concrete World (Betonwelt), von der Charles Eisenstein spricht. Das ist das Zukunftsmodell, an dem die Transhumanisten von Silicon Valley, mit ihrer künstlichen Intelligenz, den zehntausenden Satelliten des Elon Musk, die den Himmel verschmutzen usw. arbeiten. Da stellt sich die Frage: in welcher Welt wollen wir leben?

Es gibt Tage, da graut es mir vor diesen Szenarien so sehr, daß ich alle meine Helferwesen um Unterstützung bitten muss. Ich bitte das Wasser, die Luft, die Sonne, die grünen Pflanzen, die Steine, die wilden Tiere: Bitte helft uns, helft all denen, die dem Lebendigen dienen, damit wir endlich endlich endlich aus diesem Alptraum erwachen. Ich mache das jeden Tag und es hilft mir.

Corona ist ja nur ein kleines Symptom des sich anbahnenden Untergangs, ein Nebenschauplatz eigentlich, der von den Herrschenden zum Hauptproblem gehypt wurde. Da muss man sich die Frage stellen: Wer profitiert denn davon? Jochen Kirchhoff hat in der Info 3 vom März festgestellt, daß die Vordenker des Great Reset Profiteure des Dauerlockdowns sind, natürlich auch die großen Onlinekonzerne. Die Great Reset-Vertreter wollen u. a. den Mittelstand plattmachen und die totale Digitalisierung.

Was kann ich tun? Ich habe gestern nochmal Joanna Macys Version der Geschichte von den Shambalakriegern gelesen. Deren Waffen sind Mitgefühl und Einsicht. „Mit dieser Weisheit erkennst du, dass es hier nicht um einen Kampf zwischen den ‚Guten‘ und den ‚Bösen‘ geht, denn die Linie zwischen Gut und Böse verläuft mitten durch das Herz jedes Menschen. Mit der Einsicht in unsere tiefe Verbundenheit mit allem – unsere tiefe Ökologie – weißt du, dass alles, was reinen Herzens getan wird, sich durch das gesamte Gewebe des Lebens ausbreitet, weit über das hinaus, was du messen oder wahrnehmen kannst.“ (Joanna Macy und Molly Young Brown – Die Reise ins lebendige Leben).

Zum Gewebe es Lebens fallen mir die morphogenetischen Felder des Rupert Sheldrake ein. Der ist Biologe und Wissenschaftler. Es wird ja zur Zeit so sehr darauf gepocht, daß man auf die Wissenschaftler hören soll. Aber auf wen soll man da hören? Denn die Wissenschaftler sind ja keineswegs einig mit ihren Erkenntnissen: da gibt es die Wissenschaftler von Frau Merkels Gnaden, also Herrn Drosten und vielleicht noch Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut (ist der eigentlich Wissenschaftler?) und dann noch diverse Mathematiker, sogenannte Modellierer, die Zukunftsszenarien errechenen) und alle anderen, die zu anderen Erkenntnissen kommen, wie etwa der Epidemologe Bhakdi, werden öffentlich geshamed, lächerlich gemacht, als unwissenschaftlich hingestellt. Warum eigentlich? Heute haben Aerosolforscher einen Appell an die Bundesregierung gerichtet, das Maskentragen an der frischen Luft einzustellen, weil es nichts bringt. Ob unsere Regierung darauf hört? Ich bin da pessimistisch. Und warum wird nie darüber gesprochen, was Menschen hilft, gesund zu bleiben? Weil man dann das Lachen, Singen, Tanzen in der Öffentlichkeit nicht mehr mit Bußgeldern belegen dürfte. Und warum wird soviel und massiv mit Angst gearbeitet (Drosten, Merkel und Lauterbach)? Weil ängstliche Menschen gehorsamer sind als mutige und beherzte Menschen, die gut für sich selber sorgen können.

Ich habe an anderer Stelle bereits gesagt, daß ich keine Angst vor dem Coronavirus habe, wohl aber an dem heraufdämmernden globalen Faschismus, der sich u. a. in der Monokultisierung der Meinungen, den neuen Gesetzen und Verordnungen, die dem Staat immer mehr Befugnisse einräumen, zeigt. Und ich glaube nicht, daß er durch rechte Parteien kommt, sondern schleichend und von vielen nicht richtig wahrgenommen durch die sogenannten demokratischen Regierungen. Der Grund ist Angst. Und die Angst ist absolut begründet. Nichts wird so bleiben, wie es war. Wenn sich die Superreichen schon Bunker in Neuseeland bauen, damit sie nach dem „Event“, also dem Zusammenbruch, ihr gewohntes Leben weiterführen können, dann muss die Angst enorm sein.

Um bei Laune zu bleiben, treffe ich mich mit Menschen, die keine Angst vor dem Virus haben, die lachen und Spaß am Leben haben. Das hilft sehr. Und ab und zu bekomme ich so schöne Links geschickt wie den über einen Flashmob im Gare du Nord von Paris im März, wo wie aus dem Nichts plötzlich Musiker „Danser encore“ spielen und der halbe Bahnhof anfängt zu tanzen (ohne Maske). Noch schöner finde ich den Flashmob von April im Gare de l’Est, weil da eine sehr schwungvolle Tänzerinnengruppe für Stimmung sorgt. Dieser Tanz geht gerade durch ganz Frankreich, er wird als neue Marseillaise gesehen, er ist auf jeden Fall ein Widerstandslied. Super! Mehr davon! Das ist das Leben, das wirkliche Leben und das kennt keine Herrschaft!

Besuch an Ostern

Es gibt ein sehr schönes Gespräch zwischen Ilan Stephani und Gerald Hüther im Netz (kann eine bei MALEvolution finden). Das ist ziemlich lang – ich habe es an zwei Tagen gesehen – und sehr sehr toll, weil da Menschen wirklich aus der Tiefe ihres Herzens sprechen. Das Widerständigste, was man heute tun kann, ist gut mit sich selbst umzugehen und absolut aufrichtig zu sein.

Vertrauen

Sonnenaufgang an Ostara

In den letzten Tagen ist mir mehrmals das Wort „Vertrauen“ begegnet und hat in mir Resonanz ausgelöst: ein Mitglied des Oya-Hütekreises hatte zu drei Videotreffen eingeladen, auf denen über das Thema Corona gesprochen werden sollte. Ich war zweimal dabei und fand es sehr angenehm. Es gab die Regel, daß es keine Diskussion und kein Argumentieren geben sollte. Das Wichtigste war das Zuhören. Das funktionierte gut und war sehr angenehm.

Gestern begegnete mir das Wort wieder, als ich mir ein Video mit Sabine Lichtenfels, einer der Begründerinnen von Tamera, ansah. Sie sagte sehr schön, man solle sich nicht vom Virus der Angst anstecken lassen, sondern vom Virus des Vertrauens.

Ich könnte jetzt aufzählen, zu wem oder was ich kein Vertrauen habe und da käme eine ganze Liste zusammen. Aber viel wichtiger ist, wem oder was ich vertraue. Das Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten gut durchs Leben zu kommen ist im Laufe der Zeit immer größer geworden. Vor allem habe ich aber Vertrauen in die Sinnhaftigkeit des Lebens. Ich bin davon überzeugt, daß alles, was passiert, auf irgendeiner Ebene richtig ist und uns weiterbringen kann. Ich vertraue der Selbstregulation aller lebendigen Organismen einschließlich der Erde und natürlich meines Körpers. Vor einiger Zeit erzählte mir eine Frau, sie habe schon mehrmals Krebs gehabt und das „trotz Yoga und Meditation“. Daran musste ich in der letzten Zeit oft denken. Ich glaube übrigens nicht, daß es Sinn macht Yoga und Meditation zu praktizieren, um keinen Krebs zu bekommen, wohl aber, daß es sinnvoll ist, wenn es unmittelbar gut tut und Spaß macht.

Daß ich Vertrauen in meinen Körper und seine unglaublichen Selbstregulationsfähigkeiten habe, heißt ja nicht, daß ich nie krank werde. Ich bin schon einige Male krank gewesen, auch sehr schwer; ich habe als Säugling monatelang wegen meiner schweren Skoliose im Gipsbett gelegen, hatte mit 28 eine lebensbedrohliche Pankreatitis, mit deren Folgen ich viele Jahre gelebt habe (mittlerweile gilt sie als geheilt) und werde auch in Zukunft die eine oder andere Krankheit haben. Krankheit gehört also zum Leben dazu und kann uns sogar stärker machen, wenn wir sie nutzen, um vielleicht überfällige Dinge in unserem Leben zu ändern. Ich wäre ohne die Krankheiten in meinem Leben nicht die, die ich bin. Vertrauen in meinen Körper heißt für mich, daß er mir meldet, wenn etwas nicht in Balance ist. Im Übrigen vertraue ich auch auf etwas, daß ich nur annähernd benennen kann: daß es Kräfte gibt, die mich begleiten, die für mich unsichtbar sind und für die ich keinen Namen habe, die mir aber wohlgesonnen sind.

Normalerweise ruft unser Bürgermeister zu einem gemeinsamen Frühjahrsputz im März auf; wegen Corona ging das bereits im letzten Jahr nicht. Stattdessen hat er vorgeschlagen, daß man sich mit einer weiteren Person verabredet. B. und ich sind also gestern mit zwei großen Müllsäcken an der Landstraße sammeln gegangen. Es ist unglaublich, wieviel Plastik überall herumliegt. Das meiste davon stammt wohl aus den gelben Säcken. Ich habe schon oft beobachtet, daß die bei Sturm, der hier ja oft stattfindet, durch die Gegend geweht werden, aufreißen und der Inhalt sich dann in der Landschaft verteilt. Ein weiterer Grund, Plastik endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Wir fanden außerdem bergeweise Glasflaschen: Bierflaschen, Flachmänner, Medizinflaschen, kleine Schnapsflaschen. Die stapelten wir am Straßenrand auf. Es regnete, stürmte und hagelte. B.s Hündin gefiel das nicht und sie machte sich allein auf den Heimweg, so daß B. sie an die Leine nehmen musste. Aber wir hatten Spaß und fanden unser Tun sinnvoll und befriedigend. B. brachte die schweren Säcke zum Dorfgemeinschaftshaus nach Bellin, ich fuhr mit dem Auto die Straße ab und sammelte die Flaschen ein – einen großen Eimer und eine Klappkiste randvoll – und brachte sie nach Selent zum Glascontainer. Zweimal hielten Autos an und die Fahrerinnen fragten, ob ich Hilfe brauchte. Das bewies mal wieder, daß Menschen im Großen und Ganzen hilfsbereite und soziale Wesen sind.

Ich habe wieder angefangen, Roggenbrot mit eigenem Sauerteig zu backen

Noch mal was zum Coronathema: 2006 tauchte zum ersten Mal die Vogelgrippe, heute Geflügelpest genannt, bei uns auf. Das hatte zur Folge, daß alle Geflügelhalter gezwungen wurden, ihre Vögel im Stall zu halten. Auch ich war damals betroffen, weil ich Enten hatte. Wochenlang balancierte ich mehr oder minder jenseits der Legalität, weil ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, Vögel, die dringend Gewässer brauchen, um gesund zu bleiben, in einen Stall zu sperren. Seitdem wiederholt sich das Szenario alle paar Jahre wieder und reflexartig ordnen die jeweils zuständigen Minister das Aufstallungsgebot an. Jetzt ist es mal wieder soweit: wir leben im sogenannten Beobachtungsgebiet, weil in einem Mastbetrieb in Dannau die Geflügelpest ausgebrochen ist und 20.000 Tiere getötet wurden („gekeult“ nennen sie das aus mir unerfindlichen Gründen). Also haben wir seit fünfzehn Jahren das Geflügelpestvirus mit all seinen vielen Mutationen am Hals. Ohne große Phantasie kann man da Analogien zu SARS-Cov-2 entdecken. Was das bedeutet? Vielleicht ein mindestens fünfzehn Jahre währender Lockdown? Oder aber – und das halte ich persönlich für die intelligentere Lösung – das Eingeständnis, daß ein Virus nicht beherrschbar und Kontrolle über lebendige Systeme eine Illusion ist. Vielleicht wäre es jetzt auch mal an der Zeit, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was wir alles anderes machen müssen, um gut und gesund zu leben. Ich höre immer nur die männlichen und weiblichen Kassandras aus Politiker- und Virologenkreisen, die Schreckensszenarien heraufbeschwören. Wie wäre es denn mal stattdessen damit, laut darüber nachzudenken, was unserem Immunssystem helfen könnte. Angstmacherei ist jedenfalls ein effektives Mittel, um das Immunssytem zu schwächen und gleichzeitig die Bürger*innen gefügig zu machen. Ich halte mich derweil an Lachen, Tanzen, Singen und schöne Kontakte pflegen – das hält mein Immunsystem bei Laune.